Drachenfest 1024 – Goldenes Lager – Aufzeichnungen von Rekrut Hakkon – VORABVERSION WIPTAG 1

Mittwoch 24. Juli 1024 nach mittelländischer Zeitrechnung:

0. Prolog:
Lange genug hatte ich Karawanen begleitet, es fühlte sich nicht danach an, als würden Sie dem Land
viel helfen, viel mehr schienen Sie sich einfach nur an dem Kriegszustand bereichern zu wollen. So
beschloss ich das hinter mir mich zu lassen und mich nach Rebhain aufzumachen, um mich der
Feuerlanze anzuschließen. Als ich gerade einen Wald auf dem Weg nach Rebhain durchquerte, hörte
ich plötzlich Trommeln. Trommeln und Donner begleitet von Blitzen, ein Unwetter.
Im Morgengrauen öffnete sich der Wald zu einer Lichtung, der Sturm war verzogen und ich staunte
nicht schlecht, als sich endlose Heerlager vor mir zeigten.
Ich fühlte mich zu einem der Lager hingezogen. Ich wusste nicht, warum aber ich betrat das Lager des
goldenen Drachen, wie es sich später herausstellte und nahe des Eingangs zeigte sich mir plötzlich ein
mir bekanntes Banner, das Banner der Feuerlanze!
Es gab so viele Lager die mir fremd erschienen und das Land wirkte auch nicht nach dem Viranes, das
ich kannte, so war ich erfreut Landsleute zu treffen und dann auch noch eine Einheit der Feuerlanze. So
ein Glück, den die Feuerlanze hatte ich ja gesucht. Im Lager nahm ein Altar der Zwillinge, ausgestattet
mit Artefakten und Kerzen, das Zentrum ein, am Rand waren allerlei Ausrüstung gelagert und weiter
hinten befanden sich Sitzmöglichkeiten um eine Feuerstelle. Als ich an den Eingang der prächtigen
Feuerhalle trat, traf jemanden, der sich mir als Josef aus dem Fischbachtal, Korporal der Feuerlanze
und Knappe des Komturs von Rebhain, Arcturus Varus von Lauenbach, vorstellte. Er fragte mich, ob
ich bewaffnet sei und ich zeigte ihm meinen Dolch, jedoch lies er mich die Waffe behalten, da ich wohl
dem Ruf des Goldenen gefolgt sei, wie die Feuerlanze ebenfalls. Was das wohl bedeutet ?
Jedenfalls wurde ich mit meinem Anliegen tatsächlich dem Komtur von Rebhain, jener Arcturus Varus
von Lauenbach persönlich vorgestellt. Sehr volksnah dachte ich mir, das ein einfacher Anwärter direkt
dem Komtur vorgestellt wird. Und nicht nur das, in all seiner Größe gewährte er mir mein Anliegen
und ordnete an, mich auf die Rekrutierung vorzubereiten.
Josef nahm mich zur Seite und erklärte mir, das wir für meine Rekrutierung einiges an Papierkram
durchgehen müssen und das ich mich drei Prüfungen stellen muss. Der Prüfung der Gesundheit, der
Prüfung der Gesinnung und der Prüfung des Glaubens. Außerdem sollte ich mich meinen zukünftigen
Kameradinnen und Kameraden vorstellen. Ich hoffte nur die Prüfung des Papierkrams sei nicht zu
umfassend. Ich war sehr dankbar, das Josef das Schreiben übernahm.
1. Kräfte sammeln:
Nach dem Frühstück lies Josef zum Morgenappell antreten, auf Josefs Einladung schloss ich mich
diesem ebenfalls an. Pünktlich zum Antreten erreichten drei Personen mit den Farben der Feuerlanze
und eine im Priestergewand der Mara das Lager. Leutnant Darius, Marigold, Marlon und Verenya. Sie
schlossen sich bis auf die Priesterin, den anderen beim Appell an und es folgte ein nur ein leichter
Frühsport aufgrund der Witterung. Nach dem Appell stellte sich Marlon beim Komtur als Ehemann von
Verenya vor und übergab dem Komtur seine Versetzungspapiere, er wollte aufgrund seiner
Eheschließung in der Nähe von Verenya oder „Vey“, wie man Sie auch nennen darf, bleiben. Der
Komtur gewährte dies in seiner Großzügigkeit. Kurzer Zeit nach Marlons Unterredung mit dem
Komtur eröffnete Vey den morgendlichen Göttinnendienst.
Nach dem Göttinnendienst bot Vey mir an, bei ihr die Prüfung der Gesundheit abzulegen. Das
verlangte von mir einiges an körperlicher und geistiger Ertüchtigung ab. Schließlich entschied Vey das
ich die Prüfung bestanden habe. Mein erster Schritt auf dem Weg zur Rekrutierung war geschafft! Bei
einem weiteren Gespräch mit Vey erfuhr ich, dass ich wohl dem Ruf des goldenen Drachen gefolgt bin,
der für Gerechtigkeit, Ausgewogenheit, Licht und Schatten steht. Das ist nur einer von vielen Drachen
und jährlich lassen die Drachen wohl die Sterblichen, die Sie rufen, für Sie einen Wettstreit bestreiten,
der darüber entscheidet, welcher Drache das kommende Jahr herrscht. Letzter Gewinner war wohl der
Schwarze Drache und nach dem Eröffnungsritual, welches heute Abend zur neunten Stund nach Mittag
stattfinden soll, wird der Wettstreit erneut beginnen.
Gerade als Josef mit mir den ersten Papierkram für meine Rekrutierung fertigstellen wollte, wurden wir
von einem Boten unterbrochen, er fragte, ob hier ein Hakkon anwesend sei und ob er seinen
Ochsenkarren aus dem Weg führen kann. Das muss doch eine Verwechslung sein, dachte ich mir.
Ebenfalls wurden wir über die Wahl des Lagerrates und eine Ansprache des goldenen Avatars
informiert, die in Kürze zur Mittagsstund stattfinden soll. Das Missverständnis mit dem Boten, mit dem
ich noch etwas vor dem Zelt diskutieren musste, kostete mir Zeit und ich befürchtete schon, das ich zu
spät kommen würde. Schaffte es aber dann doch noch zur Lagerratswahl. Es wurden Heerführer,
Verwalter des Lagers im Inneren, Verwalter des Lagers fürs Äußere und Institutionen gewählt, alle
wurden ohne Konkurrenz gewählt. Es folgte auch eine kurze Ansprache des goldenen Avatars, ich sah
ihn zum ersten Mal, er wirkte auf den ersten Blick wie ein normaler Mensch. Jedoch hat man das
Gefühl gehabt das eine Art Kraft von ihm ausgeht, vielleicht hab ich mir das aber auch nur eingebildet.
Er war jedenfalls der oberste Vertreter des goldenen Drachen.
Gleich nach der Ansprache hieß es bei der Feuerlanze sich bereit zu machen für ein Manöver. Die
Feuerlanze war Teil der goldenen Faust, eine der militärischen Einheiten des goldenen Lagers
bestehend aus Teilgruppen wie dem Rabenberger Haufen und dem Goldene Orden. Hauptaufgabe der
Goldene Faust ist wohl das Aufbrechen feindlicher Formationen. Etwas unsicher, wo ich mich als kaum
gerüsteter Anwärter positionieren sollte, hielt ich mich an unsere Musikanten. Darunter waren auch
Don Alsemo als Trommler und Argus als Bannerträger, beide hatte ich schon im Lager der Feuerlanze
kennengelernt. Nach kurzer Zeit bot mir Don Alsemo sein Schild und Schwert an und ich wurde
prompt in die Formation integriert. Es boten sich auch ein paar Lageristen des silbernen Drachens als
Trainingspartner an. Da hieß es also nur noch „Goldene Faust ?!“ „Aufs Maul!“ und nun ja, wir wurden
aufgerieben. Glücklicherweise war dies aber nur ein freundschaftliches Trainingsmatch ohne tote. Und
die silbernen Lageristen waren deutlich schwerer gerüstet.
Am Ende des Manövers befahl der Leutnant: „Feuerlanze einrücken!“ „Georg! Du bleibst noch hier“
und schaute mich dabei an. Nun, wir hatten uns ja auch noch nicht vorgestellt. Ich fragte mich schon,
ob ich etwas falsch gemacht hatte. Aber der Leutnant begann damit, mir eine erste Trainingseinheit zu
geben. Er zeigte mir einige grundlegende Fechttechniken, Beinarbeit, aber auch schon einige Versätze
und Häue. Danach zeigte er mir freundlicherweise in einem kleinen Sparring, wie hart
Trainingsschwerter sein können und machte mit mir noch ein paar Mensur Übungen. Auf dem
Rückweg zum Lager wollte ich die Zeit nutzen, um mich vorzustellen. Allerdings antwortete der
Leutnant nur das es sich vielleicht lohnt, meinen Namen zu merken, sollte ich lange genug am Leben
bleiben. Na, das klang ja schon einmal vielversprechend, ob das wohl der Grund war, weshalb ich
kaum Rekruten im Lager der Feuerlanze gesehen habe? Man hatte mir nur von einem Urban erzählt,
der war aber im Wald Holz suchen.
Als ich zurück im Lager war, betrachte ich unsere Belagerungswaffe näher, Don Alsemo unserer
Belagerungsingenieur und sein Leibwächter Argus bereiteten unser Trebuchet für ein paar Testschüsse
vor. Ich bot mich an, beim Tragen des Gewichtes zu helfen. Das tat ich dann gemeinsam mit Johann,
einem der Gardisten, der im gleichen Mannschaftszelt untergebracht war wie ich, netter Kerl.
Das Trebuchet wurde von uns nahe des Diplomatenzeltes am Tor positioniert. Also wenn die
Diplomaten eine besonders schnelle Botschaft über kurze Strecken senden wollten, hätten Sie somit
eine neue Möglichkeit gehabt. Trotz der etwas schrägen Position zum Tor ging der erste Schuss zentral
vor dem Tor nieder und nach neu justieren der Armhöhe des Trebuchet ging der zweite Schuss etwas
weiter, genau in einen Bereich, in dem ein gegnerisches Belagerungsgerät stehen könnte. Wir waren
mit den Schüssen zufrieden, durch die Nähe zu den Diplomaten blieb unser Treiben jedoch nicht
unbemerkt. Ein Diplomat des roten Avatars sagte das, der rote Avatar, wenn er davon erfährt, wütend
sofort die Aufrüstung der eigenen Belagerungsmaschinen verlangen wird. Also spätestens dann war
unser Trebuchet wohl keine Geheimwaffe mehr.
Als wir so weit fertig waren, bemerkte ich, das es eine Versammlung um unseren Kraftplatz gab.
Anscheinend hatte die Kraftplatzweihe bereits begonnen, ich stellte mich noch dazu und konnte noch
ein paar Worte zum Thema Zusammenhalt lauschen. Außerdem redete der goldene Avatar davon, das es
4 Stücke altes Drachenglas gäbe die durch den gestrigen Regen frei gespült wurden. Außerdem wurde
wohl eine Stele gefunden, die der goldene Avatar gerne von seinem Thron gegenüber des Kraftplatzes
sehen würde, diese galt es ebenfalls von der Wachmannschaft des Tors zu bewachen.
In unserer Nachbarschaft, nur durch eine Straße getrennt, lag ein mit der Feuerlanze befreundetes
Lager, das Lager der Kirche der Sune. Für den Abend-Göttinnendienst wurden wir zur Kirche der Sune
eingeladen und mir wurde erklärt, das die Kirche der Sune aus dem Land Faerûn stammt. Wie wir
haben auch sie den Ruf des Goldenen vernommen. Allem Anschein nach gibt es schon eine tiefe
Verbundenheit und lange Freundschaft zwischen vielen Mitgliedern der Feuerlanze und der Kirche der
Sune. Aber das liegt bei den Aspekten der Sune auch nahe. Denn sie ist, wie man mir erklärte, der
Schönheit verschrieben und teilt Aspekte wie die Leidenschaft und Liebe mit den Zwillingen. Das
spiegelte sich auch im Lager Ihrer Anhänger. Alles geschmückt von Tuch, Blumen, Verzierungen und
selbst ihrer Harnische wirkten wie ausgestellte Kunstwerke. Zurück zum Göttinnendienst, dieser war
der Dankbarkeit gewidmet, eine der Priesterinnen der Sune sagte Sie wäre für Ihre beiden Kelche
dankbar, es stellte sich rasch heraus, das es sich wohl um Titel und Personen handelte statt um
Trinkgefäße.
Nach dem Abendessen stellte ich mich der Prüfung der Gesinnung unter der Knappin Theophania,
glücklicherweise konnte ich trotz der schweren moralischen Fragestellungen auch diese Prüfung
bestehen. Schon einige Zeit vor Beginn des Eröffnungsrituals versammelten wir uns am großen
Ritualplatz. Unter Jubel rief die Hohepriesterin aller Drachen die Avatare in den Kreis. Direkt neben
uns war das blaue Lager versammelt. Eins muss man den blauen Lageristen lassen, die können nicht
nur Jubeln, sondern auch wundervoll singen.
Wieder zurück im eigenen Lager stellte ich mich noch kurz vorm Schlafengehen, der Prüfung des
Glaubens. Josef prüfte mich und glücklicherweise bestand ich auch diese Prüfung. Ich war sehr müde,
aber auch sehr froh zumindest informell als Rekrut der Feuerlanze aufgenommen zu sein. Ich hatte es
tatsächlich geschafft. Ich dachte mir, es wäre doch gelacht, wenn wir nicht auch diesen Wettstreit der
Drachen gewinnen können

Confotos

Fotografen:
Nabil Hanano
Sofia Brandes