Auszug aus den Chroniken des Josef aus dem Fischbachtal zu einer Reise nachPaal’Thamash im Frühjahr 1025 nach Nevenburger Zeitrechnung

Es stand mal wieder eine weitere Reise nach Paal’Thamash an, und das so kurz nach
dem vergnüglichen Ball in Faerun…Aber es half ja alles nichts und so taten wir wie
geheißen und folgten dem Aufruf Tristan Wyrmbluths zur Eskortierung eines
Hilfsgütertransports in den Nügensteig. Dort soll wohl eine große Sturmflut weit in das
Land und den Schattenwald eingedrungen sein. Angeblich sollten sich dort Malfari
aufhalten…ein schöner „Spaß“.
Aufgrund der aktuellen heimischen Situation konnten dieses Mal nur Darius, Levi (nicht
mein Knappenbruder), Björn und ich abgestellt werden. Aber was sollte schon schief
gehen? Es war ja „nur“ ein Hilfsgütertransport. Gesagt getan, reisten wir gemeinsam in
den Ort Dämmerlichtung, an dem wir die Hilfsgüter aufnehmen, uns mit den übrigen
Reisenden treƯen und durch ein Portal in die Nähe von Nügensteig gelangen sollten.
Unschöne Erinnerungen an die letzte Reise nach Paal’Thamash blitzten in meinem Kopf
auf, als wir den Gott der Barden unter herben Verlusten in Flötingen befreiten.
HoƯentlich würde es dieses Mal anders werden. Nach der klassischen Paal’ThamashPortalerfahrung fanden wir uns schnell zusammen und rückten mit den anderen
Reisenden in das nahe Dorf Nügensteig vor. Dort angekommen erwartete uns die
Dorfbevölkerung sehnsüchtig. Etwas seltsam war es allerdings, dass sie den beiden
Dorfvorstehern unmittelbar und aufs Wort gehorchten…Und von „den Malfari“ hätten sie
in ihrem Leben noch nie was gehört. Dafür würden seit der Flut ständig Wasserkreaturen
gesichtet werden, die die Dorfbevölkerung schikanierten. Rosige Aussichten also.
Kurze Zeit später wurde ich von einem Magus zur Untersuchung einer seltsamen Wand
aus Feuer gerufen, die in einer Hütte nahe am Meer gesehen wurde. Nach einer
schnellen Untersuchung stellte ich fest, dass es sich um eine mächtige Barriere aus
elementarem Feuer handelte, die von irgendetwas Mächtigem gespeist wurde. Ein
zunächst undurchdringliches Hindernis. Später am Abend erwehrten wir unsere Haut
noch gegen einige der besagten Wasserkreaturen. Zudem entstand der Verdacht, dass
die beiden Dorfvorsteher etwas zu verbergen hatten und wir vermuteten, dass es sich
um Malfari handeln könnte. Doch bloße Vermutungen waren mir zu vage, um die Kraft
der Herrinnen gegen den Willen anderer Menschen zu gebrauchen, zumal mir die
Methode „ich haue ihr auf den Kopf und du schaust mal etwas tiefer rein“ etwas stumpf
erschien. Da mussten mehr Beweise her!
Am nächsten Morgen wurde ich von Svalin gebeten, einmal zu überlegen, ob nicht ein
Artefakt hergestellt werden könnte, mit dem der Verdacht erhärtet werden könnte. Daher
schloss ich mich mit Grimbolt vom Orden der Wächter des heiligen Lichtes kurz und wir
entwarfen den Plan eines „Malfari-Detektionsartefakts“ wie es Grimbolt nannte. Dazu
nahmen wir die Waage eines Alchemisten und gaben auf die eine Seite ein – wo auch
immer Svalin es herhatte – „Freundschaftsbändchen“ der Malfari und auf die andere
Seite eine Liktursflamme hinein. Beide Waagschalen wurden derart ins Gleichgewicht
gebracht, dass die Waage ausschlug, sobald sich eine likturgefällige Person (etwa
Darius oder ich) bzw. ein Malfari in der Nähe befand. Gesagt, getan gingen wir ans Werk
und schaƯten es tatsächlich. Wie wir später erfuhren, wurde das Artefakt sodann an der
Dorfvorsteherin „getestet“, wobei die Waagschale deutlich in Richtung „Malfari“
ausschlug. Ein klares Zeichen, das keiner weiteren Bestätigung mehr bedurfte.
Zwischenzeitlich retteten wir auch noch Hauptmann Thorus vom Neu-Kavalorischen
Reich von den Fischpocken. Das würden wir ihm im goldenen Lager noch lange unter die
Nase reiben.
Dann aber geschah etwas, mit dem wir nicht gerechnet hatten. Der Krähende Hahn, die
Zeitung Paal’Thamashs. Dort fanden wir einen Artikel über einen „Schiersteiner Vertrag“
der unser Blut derart zum Kochen brachte, dass wir unmittelbar abreisten. Aber der
Reihe nach. Der „Schiersteiner Vertrag“ war wohl kurz nach der letzten Reise zwischen
Tristan, dem Kollektiv der Malfari und Tai’Pin geschlossen worden. Damit wurde ein
faktisches „Einfrieren“ der Kampfhandlungen und aktuellen Gebietsansprüche testiert.
Jede Partei sollte sich nach den Schlachten rund um Flötingen zunächst zurückziehen
und die Wunden lecken. Ein Vertrag mit dem Feind also, wunderbar. Das Schlimmste
war jedoch, dass die Seelen der Gefallenen, in den von der Ewigen Armee
beanspruchten Gebieten auch dieser zufallen sollten. Dasselbe Szenario wie
zuhause…So viele Seelen, die dem Untod und der ewigen Knechtschaft durch Tai’Pin
anheimfallen würden. Das konnten wir nicht auf uns sitzen lassen. Nicht nach allem,
was wir für dieses Land und Tristan geleistet hatten. Der Schmerz saß tief und so
entschlossen wir uns schweren Herzens, die Zelte abzubrechen und nach Hause
zurückzukehren.
Bis dieses verfluchte Land und erneut rufen würde…

Confotos (Link zur Quelle)

Fotograf: XXXXXXXXXXXXXXXXX